27.07. 2015

Lifestyle

Museum für textile Kunst

Wer eine kostengünstige Reise um die Welt machen möchte kann entweder mit dem Finger überm Globus kreisen oder das Museum für textile Kunst in Hannover-Kirchrode besuchen.

In einem ehemaligen Luftschutzbunker befinden sich einige der kostbarsten Stoffe der Welt. Unglaublich liebevoll und mit ausgeprägter Stoffliebe und Sammelleidenschaft ist die Ausstellung von der bekannten Modedesignerin und Inhaberin Erika Knoop zusammengestellt worden.

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Die Reise beginnt mit Collagen aus Haute Couture Stoffen von Versace, Dior und vielen anderen bekannten Designern. Aufwändig zusammengesetzt zu langen Vorhängen und Raumteilern erwecken die hochwertigen und erstklassigen Materialien die Lust zum Nähen und kreativ werden. Die Umsetzungen bekannter Modeschöpfer aus den Modemetropolen Paris und New York, aber auch Hannover, finden sich in wunderschönen Abendkleider aus den 20er bis 50er Jahren wieder.

Nach dem ersten Einblick begibt man sich zunächst einige Epochen zurück und kann Hochzeitskleider, Spitzen, Borten, Brokate, Jacquards und mehr bewundern. Bei der 1,5 stündigen Führung erfährt man unglaublich viel über Stoffzusammensetzungen, Herstellungsarten und Handwerkstechniken aus der ganzen Welt. Man erlebt sowohl traditionelle afrikanische Feste mit passender Kleidung sowie indische Hochzeiten in leuchtend warmen Saris, japanische Teezeremonien im ursprünglich gewickelten Kimono als auch chinesische Feierlichkeiten in hochwertigen handbestickten oder -bemalten Seidenstoffen mit.

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Ich kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus und bewunderte die an den 4m hohen Wänden hängenden golddurchzogenen Saris ebenso wie die mehr als 200 Jahre alten Teppiche und Tücher oder die wunderschönen Seidentapeten.

Das Museum befindet sich auf 400qm und zeigt eine so unglaubliche Vielfalt an Stoffen und unterschiedlichen Qualitäten, dass man sie einfach mit eigenem Auge gesehen haben muss. Da die Ausstellung ausschließlich durch die Designerin selber finanziert wird und man einige der kostbarsten Materialien der Welt bewundern kann, finde ich den Preis von 10,-€ Eintritt wirklich erschwinglich. Nach der Führung erkundete ich noch über eine Stunde die einzelnen Räume und fand immer wieder neue Besonderheiten. Die ältesten Stücke sind ein Wandbehang von 1670 aus einer venezianischen Weberei und ein 400 Jahre altes Priestergewand. Eins der wertvollsten Stücke ist ein eisblauer Seidenbrokat mit Silberstickerei von 1880.

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Geöffnet ist das Museum Dienstag – Freitag 11:00 – 18:00 Uhr, Samstag und Sonntag nach tel. oder Email Voranmeldung geöffnet, Montag ist geschlossen.

Der Eintritt kostet 10,– Euro, Kinder frei, 13 – 16 Jahre 5,– Euro.

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